Warum? (Deutsch)

Das Konzept

Die Idee diese Projektes ist es, Kritik am Diskurs der Berlin Biennale 7 zu üben und ein Statement derjenigen kulturellen Formen zum Ausdruck zu bringen, welche beharrlich vom Mainstream, aufgrund ihrer Radikalität ignoriert werden und denen ein Zugang zum Kunstdiskurs verweigert wird.

Der Hauptkurator Zmijewski ist bekannt für das Flirten mit spektakularisierenden, (semi-faschistischen) Querfront Strategien, mit der Absicht die Aufmerksamkeit auf sich und seine Arbeiten zu ziehen und die Co-Kuratoren Voina sind bekannt, sich durch einen lächerlichen personalistischen Anarchismus hervortun zu wollen – als eine neue Version von Karrierismus in der Kunstwelt (siehe zum Beispiel die Aussagen, die auf der Voina Website zu finden sind).

Im Falle einer Zusammenarbeit mit AMO Books (eine kritische Menschenrechtsorganisation die sich für die afrikanische Diaspora und kritische Menschen in Deutschland einsetzt) werden wir auch versuchen, die Konzepte der bestehenden Kämpfe und kulturellen Alternativen zur „Biennalisierung“ der Kultur, aufzuzeigen. Dies ist auch im Falle DATACIDE / Praxis (Gegenkultur Zine / Breakcore Plattenfirma) zu beobachten und auch bei PUSSY RIOT (ein Frauenkollektiv, dessen Mitglieder in Russland im Gefängnis sitzen und deren Aktivismus im Widerspruch zu der hierarchischen Organisation der chauvinistischen Voina-Gruppe steht).

Wir werden versuchen einen Dialog mit den Teilnehmer_innen und dem Publikum der BB7 herzustellen. Wir realisieren eine Ausstellung (Grafik, Text, Video-Material, Performance, etc.) und Rahmenprogramm (Podiumsdiskussionen / Vorträge / Künstler-Gespräche) parallel zu den ersten Tagen der Biennale Öffnung im Projektraum okk/room29 in Berlin Wedding.

Raffinesse und Instrumentalisierung VS radikale kollektive Kritik

Eine künstlerische Recherche über den Diskurs der BB7 zeigt viele (absichtlich oder nicht) blinde Punkte der Biennale und ihrer Ansprüche einer demokratischen Debatte. Einige der Besonderheiten der Berlin Biennale werden in dem Text “RECYCLE – white culture” beschrieben, verfasst und veröffentlicht durch DAMTP (alytusbiennale.com – Englisch). Zur gleichen Zeit sind verschiedene Analysen, der Ideologie, der wichtigsten Kuratoren der kommenden Veranstaltung durchgeführt worden. Die durchdachten Details von Artur Zmijewski´s Querfront Strategien (oder “Dritte Position” – die Symbiose von faschistischen Positionen und revolutionären Thesen verschiedener nationaler oder auch internationalistischer Bewegungen), springen förmlich ins Auge.

Wie sollen wir mit der Entstehung der „dritten Position“ – Bewegungen in Europa und anderen Teilen der Welt umgehen? Was erwidern wir den nationalen Anarchisten, Autonomen Nationalisten, oder nationalen Bolschewisten? Ist innerhalb der Berlin Biennale Organisation zu dieser Frage Stellung genommen worden, oder wird die Problematik eher versteckt und unter den Teppich gekehrt?

Anderseits, sind die entstehenden Verbindungen der politischen Rechten und der Kunstwelt sehr außergewöhnlich, wie in diesem Fall beispielhaft dargestellt. Zmijewski arbeitet mit mehr oder weniger sichtbare Strategien, um einerseits nicht nur Diskurse zu erzwingen, sondern auch andererseits die reale politische kunst-aktivistischen Absichten zu untergraben, also sie zu instrumentalisieren: zum Beispiel im Fall von Martin Zet´s Arbeit. Dem Kurator wird von mehreren Seiten der Medien (z.B. NY Times artikel – Englisch) der Umgang mit Querfront Strategienvorgeworfen. Die Untersuchung von OKK führt auch durch die Voina Gruppe (Co-Kuratoren der BB7) direkt zu politischen Akteuren, die sich offen zur Verwendung von Querfront-Strategien positionieren und sind mit der Bewegung des Nationalbolschewismus (eine sich links gebende Marke des Neo Faschismus aus der ehemaligen UdSSR mit Bezügen zur frühen NSDAP). Die Kavecs Gruppe hat den Aufstieg der dritten Position innerhalb der Politik unter den griechischen Jugendlichen, während der anhaltenden Krise untersucht und wird sich in der Diskussion um die ideologischen Merkmale von solchen Gruppen beteiligen.

Interessenbindungen VS globaler Schmelztiegel

Ein weiterer kritischer Punkt der Berlin Biennale ist, dass sie unterstützt und finanziert wird von den Kulturfonds multinationaler kapitalistischer Global-Player und den lokalen staatlichen und kulturellen Institutionen, die ein begründetes Interesse an der Erhaltung der Tradition der „Weißen Kultur“ (eurozentristischer Prägung) haben. Gemeinsam versuchen sie, globale politische Aktionen zu neutralisieren, während sie diese zur gleichen Zeit zur Ware machen, sie als Kunst verpacken und das durch Hinzufügen eines nationalistischen Touches.

Den Nexus mit der Manipulation der weltweiten Protestbewegungen zu untersuchen, kann bei Gruppen wie Occupy und Indignados und anderen eine interessante Perspektive sein, die BB7 Konzepte, ihre Methoden und Ergebnisse zu analysieren. Die Absichten des Haupt-Kurator Artur Żmijewski wurden vielmehr offen von ihm selbst kürzlich in einem Interview, beschrieben für die kommende Biennale, die hier verfügbar ist (link). Bitte lesen Sie die letzte Frage und die Antwort darauf, welche sehr aussagend ist und es uns ermöglicht, Artur´s Denken, als rassistisch motiviert zu interpretieren.

Pranking und Inkorporation

Die BB7 hat versucht, eine gefälschte Real Estate Advisory “Firma” POLARIS INTERNATIONAL LIMITED in das Festival zu integrieren und hatte es als Partner aufgeführt (zumindest auf der offiziellen Website von BB7; wurde POLARIS als Partner für ein paar Tage in November 2011 aufgelistet). POLARIS INTERNATIONAL LIMITED wurde “am 11.11.11 gegründet” und ist ein offener Versuch, die Rolle von Kunst und Kultur innerhalb der Gentrifizierungsforschung mit dem Schwerpunkt auf Berlin. Sie könnten Polaris International als Kooperationspartner akzeptiert haben, ohne die rassistische und reaktionäre, heftige “Vision” und Gentrifizierungspolitik dieser Gesellschaft (siehe zum Beispiel “Vision” von Polaris – in Englisch) zu hinterfragen, es dauerte einige Wochen, bis sie merkten das es sich um einen Trojaner handelte und POLARIS von der Auflistung auf ihrer Webseite entfernten. Diese Aktion erinnert uns an den Fall der Berlin Biennale 2010, die damals in Kreuzberg stattfand und durch flyposting die Nachbarschaft mit den Porträts, Namen, Kontaktdaten und “Erklärungen” der Hauptorganisatoren / Promotoren der letzten Biennale (siehe hier). Die Aktion ist in dem Hauptkörper der Ausstellung aufgenommen worden und somit als kritische Betrachtung der Biennale und Gentrifizierung neutralisiert worden.

One comment on “Warum? (Deutsch)

  1. Pingback: Another aggressively stupid Berlin Biennale 7 provocation: INSTITUTE FOR HUMAN ACTIVITIES (sic) and its “Gentrification Program” | Chus Martinez (13)

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